Vorbeugung und Früherkennung

Je eher ein malignes Melanom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen: Im frühen Stadium ist die Heilungsrate hoch, mit Fortschreiten der Erkrankung nimmt sie jedoch schnell ab.1

Drei Aspekte spielen bei der Prävention und Früherkennung eine besonders wichtige Rolle:

Vor allem Kleinkinder und Kinder bis 12 Jahre sollten in der Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung, zwischen 11 und 15 Uhr, die pralle Sonne nach Möglichkeit meiden.2

Wer sich im Freien aufhält, sollte auf ein paar einfache Dinge achten, um sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen:2

  • Geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen.
  • Die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sollte gemieden werden.
  • Richten Sie sich bei Aktivitäten in Freizeit und Beruf nach dem UV-Index (UVI).
  • Der beste Schutz ist mit Kleidung zu erreichen. Eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille schützen die empfindlichen Regionen von Kopfhaut und Augen.
  • Alle ungeschützten Hautstellen sollten großzügig mit einer Sonnencreme mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor (LSF) eingecremt werden. Faustregel: je heller der Hauttyp, desto geringer die Eigenschutzzeit der Haut. Je geringer die Eigenschutzzeit, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels sein.
  • Wasser und Schweiß reduzieren auch bei wasserfester Sonnencreme nach einer Weile deren Schutz. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig nachzucremen.
  • Bei Medikamenteneinnahme informieren Sie sich über die Nebenwirkungen in der Sonne.
  • In der Sonne sollte auf Deodorants und Parfüms verzichtet werden.
  • Kleinkinder gehören nicht in die pralle Sonne.
  • Reduzieren Sie die Anzahl der Sonnenbäder auf so wenige wie möglich.

Diese Maßnahmen zur Vorbeugung werden auch als „primäre Prävention“ bezeichnet.

Die 10 Sonnenregeln

Die 10 Sonnenregeln zeigen, wie die Haut zu jeder Jahreszeit am besten geschützt werden kann.

Sonnenschutz auch während der Arbeitszeit

Während die meisten Berufstätigen ihren Arbeitsplatz in einem Büro haben, üben drei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland ihre Tätigkeit überwiegend oder zeitweise im Freien aus.3 Sonnenstunden aus dem beruflichen Alltag addieren sich bei ihnen in erheblichem Maße zu denen in der Freizeit und stellen so ein hohes Belastungspotenzial für die Beschäftigten dar. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, gilt bei ihnen als erhöht.4

Der Arbeitgeber ist bei einem nachgewiesenen Gefährdungspotenzial seiner Angestellten verpflichtet, geeignete technische und organisatorische Schutzmaßnahmen einzuleiten. Daneben sollte der Arbeitnehmer aber auch selbst für einen ausreichenden Sonnenschutz sorgen.

Seit dem 01. Januar 2015 werden Plattenepithelkarzinome der Haut als Berufskrankheit anerkannt. Das Gleiche gilt für gehäuft oder flächig auftretende aktinische Keratosen, eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms.

Ausführliche Informationen zur Anerkennung des sogenannten weißen Hautkrebses als Berufskrankheit finden Sie hier.5

Winterurlaub: Unterschätzte Gefahren für die Haut

Wenn es draußen nass und kalt wird, zieht es immer mehr Menschen unserer Breitengrade in südliche Gefilde. Das Ergebnis: Weiße Winterhaut trifft auf Südseesonne – eine ungünstige Kombination. Auch Skifahren im Hochgebirge ist längst zum Breitensport geworden, der Einfluss der Höhensonne wird jedoch oft unterschätzt. Durch das veränderte Freizeitverhalten setzen wir die Haut in viel höherem Maße der Sonne und einer deutlich stärkeren Strahlung aus als noch vor einigen Jahren.

Hinzu kommen Umweltfaktoren, die ein Sonnenbad in der kalten Jahreszeit zusätzlich intensivieren. Je weiter man sich dem Äquator nähert, desto potenter die UV-Strahlung. Im Gebirge nimmt die UV-B-Strahlung pro 1000 Höhenmeter um circa 15 bis 20 Prozent zu.6 In unmittelbarer Nähe des Äquators oder auf einem Gletscher ist die UV-Strahlung etwa einhundertmal so stark wie an einem Hochsommertag in Deutschland.

Sonneneinstrahlungen nach Regionen

Sonneneinstrahlungen nach Regionen

Hinzu kommt, dass im Gebirge und am Meer Staub- und Dunstteilchen weitestgehend fehlen, sodass die Strahlung die Haut ungebremst treffen kann. Indirekte Bestrahlung durch die Reflektion der Sonnenstrahlen in Wasser und Schnee, die selbst bei leichter Bewölkung noch sehr hoch ausfallen kann, steigert die Intensität der UV-Belastung selbst noch im Schatten.7 Eine frische Meeresbrise und Minustemperaturen in alpinen Höhen machen das Brennen der Sonne auf unserer Haut als Warnsignal außerdem kaum spürbar.

Deshalb ist gerade auch im Winterurlaub ein ausreichend hoher UV-A- und UV-B-Lichtschutzfaktor Pflicht. Dabei gilt es, sich bereits circa eine halbe Stunde vor Strand- oder Pistengang einzucremen, um die Haut von Anfang an zu schützen. Die empfindlichen Lippen sollten ebenfalls vor Sonne bzw. Kälte geschützt werden. Nur so kann das Risiko für dauerhafte Hautschäden und Hautkrebs minimiert werden.

die 5 Sonnenschutzregeln

Winterurlaub im Schnee. Die 5 Sonnenschutzregeln

Die wichtigsten Sonnenschutztipps für den Winter nachfolgend als Poster zum Download.

Insbesondere Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines malignen Melanoms sollten Hautveränderungen sorgfältig beobachten.

Experten empfehlen, den Körper einmal monatlich komplett zu untersuchen: Gesicht, Hals, Ohren, Haaransatz an der Stirn und im Nacken, Gesäß, Lendengegend, Genitalbereich, Beine, Füße und Zehenzwischenräume.8

Melanome können eines oder mehrere Merkmale besitzen, die sie von gutartigen Muttermalen unterscheiden und die für die Diagnose hilfreich sein können. Die ABCDE-Regel ist eine gute Grundlage, um Hautveränderungen als verdächtig oder als maligne Melanome zu identifizieren:9

Die ABCDE-Regel bietet Hilfestellung bei der Selbstuntersuchung

Die ABCDE-Regel bietet Hilfestellung bei der Selbstuntersuchung

Ungewöhnliche oder auffällige Veränderungen sollten auf jeden Fall durch eine professionelle Untersuchung beim Arzt überprüft werden.

Bei einem professionellen Hautkrebs-Screening werden sämtliche Muttermale und Leberflecke untersucht und bewertet. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Untersuchung der Haut, die am gesamten Körper und von geschulten Ärzten durchgeführt wird. Ziel dieser Früherkennungsmethode ist es, die Heilungschancen bösartiger Hauterkrankungen zu erhöhen. In Studien konnte gezeigt werden, dass durch das Screening mehr Tumoren in einem frühen Krankheitsstadium entdeckt werden.10,11 Resultiert aus der Untersuchung ein Hautkrebsverdacht, muss eine weiterführende Diagnostik erfolgen. Auf dieser Grundlage wird dann gegebenenfalls eine Behandlung eingeleitet.

Die Dermatoskopie, auch Auflichtmikroskopie genannt, ist ein unkompliziertes, nicht-invasives Verfahren zur Früherkennung von bösartigen Hauttumoren. Die Haut wird dabei mit einer speziellen Lupe (Dermatoskop) untersucht. Das Verfahren ermöglicht, Muttermale und Leberflecke bis in tiefere Hautschichten zu beurteilen. Während die Ganzkörperinspektion mit dem bloßen Auge des (Haut-)Arztes beim Screening standardmäßig eingesetzt wird, kommt die Dermatoskopie hautpsächlich zum Einsatz, wenn der Arzt dabei eine Hautstelle oder ein Muttermal als verdächtig einstuft. Diese Untersuchungsmethode soll helfen, einen klinischen Verdacht auszuräumen oder zu bestätigen. Sie sollte nur durch speziell geschulte Ärzte (z.B. Hautärzte) durchgeführt werden.12

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben bundesweit seit dem
1. Juli 2008 alle zwei Jahre Anspruch auf ein professionelles Hautkrebs-Screening. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung bereits früher oder jährlich. Auf den Seiten des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) gibt es eine Übersicht der Krankenkassen, die ihren Versicherten das gesetzliche Hautkrebs-Screening mit einem früheren Eintrittsalter oder mit einem besseren Leistungsumfang anbieten.13

Melanom oder Leberfleck

Melanom oder Leberfleck?

MEHR
Melanom Risikofakoren und Ursachen

Risikofaktoren und Ursachen des malignen Melanoms

MEHR