Das maligne Melanom, auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt, ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Wird er jedoch früh erkannt, ist er gut behandelbar.

Daher ist es wichtig, seine Haut regelmäßig zu kontrollieren und sich vor Sonnenstrahlen zu schützen.

 

Grundsätzlich wird zwischen verschiedenen Formen von Hautkrebs unterschieden. Der Basalzell- und der Stachelzellkrebs sind die häufigsten Formen, sie werden auch als weißer Hautkrebs bezeichnet. Diese Hauttumoren verlaufen weniger aggressiv und sind in der Regel gut behandelbar – insbesondere wenn sie früh erkannt werden. Weißer Hautkrebs entsteht in den Keratinozyten (hornbildenden Zellen) an der Oberfläche der obersten Hautschicht (Epidermis).

Das maligne Melanom ist die dritthäufigste Art von Hautkrebs,1 es ist jedoch der Hauttumor mit der höchsten Metastasierungsrate und für mehr als 90 Prozent aller Todesfälle an Hauttumoren verantwortlich.2 Anders als weißer Hautkrebs entsteht das maligne Melanom in den Melanozyten (Pigmentzellen) in der Tiefe der Epidermis, aus denen auch gutartige Hautveränderungen wie Muttermale oder Leberflecken entstehen können. Nach der bösartigen Veränderung („Entartung“) der pigmentbildenden Zellen unterliegen diese nicht mehr der natürlichen Wachstumskontrolle, sodass sie sich anschließend fast unkontrolliert vermehren können. In der Folge entsteht aus vielen einzelnen Krebszellen ein zusammenhängender Tumor.3

Wird ein malignes Melanom nicht rechtzeitig erkannt und entfernt, kann es tiefer in die Haut wachsen und sich über die Blut- und Lymphgefäße weiter im Körper ausbreiten. Die weitere Ausbreitung des malignen Melanoms im Körper und der Befall von Organen wie Lymphknoten , Lunge, Gehirn oder anderen Körperregionen erschwert die Behandlung des malignen Melanoms.4

Zwischen 2004 und 2014 ist die Anzahl der Krebsneuerkrankungen bei Männern um sechs Prozent und bei Frauen um neun Prozent angestiegen.5 In Deutschland wurde von 1970 bis 2009 sogar ein Anstieg um das Siebenfache, von drei auf 22 Fälle pro 100.000 Einwohner und Jahr bei Männern und von drei auf 20 Fälle pro 100.000 Einwohner und Jahr bei Frauen, berichtet:2 Damit ist das Melanom weltweit die am häufigsten auftretende bösartige Tumorerkrankung.6 In Deutschland wurde das maligne Melanom im Jahr 2014 bei Männern 10.900 und bei Frauen 10.300 mal diagnostiziert.5 Das mittlere Erkrankungsalter liegt derzeit in Deutschland bei Männern bei 67 Jahren und bei Frauen bei 60 Jahren.5

Die SEER-18-Statistik* des US-amerikanischen National Cancer Institute zeigt, dass das Durchschnittsalter der Melanom-Patienten bei Diagnosestellung in den Jahren 2010 bis 2014 bei 64 Jahren lag. Anders als bei anderen Krebsarten ist das Melanom insgesamt bei einer relativ jungen Patientengruppe anzutreffen: Laut Statistik treten mehr als ein Viertel der Melanome bei Patienten auf, die jünger als 55 Jahre sind.7

Häufigkeit eines Melanoms nach Alter, 2010-2014
(SEER-Tabelle)

Häufigkeit eines Melanoms nach Alter

modifiziert nach SEER Cancer Statistics Review 2010-2014. https://seer.cancer.gov/statfacts/html/ melan.html. Abgerufen am 25.01.2018.

Die Haut besteht aus drei verschiedenen Hautschichten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen:

  • 1 Oberhaut (
    Epidermis
    )
    Die Oberhaut ist die äußerste Hautschicht und damit die Schutzhülle des Körpers. Sie besteht zu mehr als 90 Prozent aus
    Keratinozyten
    (hornbildenden Zellen), die die darunterliegenden Gewebsschichten zum Beispiel vor Wasserverlust, Hitze oder Fremdstoffen wie Krankheitserregern schützen. Neben den Keratinozyten enthält die Oberhaut unter anderem auch
    Melanozyten
    . Diese Zellen produzieren das braun-schwarze Pigment, das für die Färbung der Haut verantwortlich ist. Aus den Melanozyten können gutartige Hautveränderungen wie Muttermale, aber auch maligne Melanome entstehen.8
  • 2 Lederhaut (
    Dermis
    )
    Die Lederhaut ist die stärkste Hautschicht. Sie ist von Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenbahnen durchzogen. Sie versorgt die darüber liegende Epidermis mit Sauerstoff und Nährstoffen und ermöglicht es, Reize wie Hitze und Kälte oder auch Berührungen zu empfinden. Hier sitzen auch die Talg- und Schweißdrüsen sowie die Haarwurzeln, die bis in die nächste Hautschicht reichen.8,9
  • 3 Unterhaut (
    Subkutis
    )
    In der dritten Hautschicht, der Unterhaut, speichert der Körper Wärme, Energie und Nährstoffe. Hier ist Fettgewebe eingelagert, das den Körper zusätzlich vor mechanischen Einflüssen und Wärmeverlust schützt. Ebenso wie in der Lederhaut verlaufen in der Unterhaut viele Blut- und Lymphgefäße sowie Nervenbahnen.8,9

Aufbau der Haut

Aufbau der Haut

Abbildung modifiziert nach Tortora GJ GS. Principles of Anatomy & Physiology. 10th ed. New York, NY: John Wiley & Sons Inc.; 2003.

Maligne Melanome treten zu 80 Prozent an normalerweise bekleideten Körperstellen auf und entstehen auch am behaarten Kopf, unter Finger- und Fußnägeln sowie an den Fußsohlen.10 Auf den ersten Blick können maligne Melanome auch harmlosen Nävi ähneln. Nävi sind gutartige Veränderungen der Haut, die umgangssprachlich auch als Muttermale oder Leberflecke bezeichnet werden. Allerdings können sich aus ihnen auch bösartige Tumoren entwickeln.3 Deshalb ist es besonders für Menschen mit sehr vielen Leberflecken wichtig, diese regelmäßig zu kontrollieren und ein professionelles Hautkrebs-Screening beim Arzt durchführen zu lassen.11,12

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